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Pharmakogenetik: Analyseergebnisse verstehen
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Dieser Blogbeitrag zeigt Ihnen, wie Sie die Ergebnisse Ihrer pharmakogenetischen Analyse verstehen und welche Antworten auf häufig gestellte Fragen zu beachten sind, um gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin einen auf Ihre DNA abgestimmten Medikationsplan zu entwickeln.
Medikamente durchlaufen nach der Einnahme mehrere Schritte im Körper: Sie werden absorbiert, im Blut verteilt, in den Zellen metabolisiert, für den Abbau vorbereitet und schließlich wieder ausgeschieden - idealerweise nachdem sie die gewünschte Wirkung erzielt haben. Die Genetik spielt in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Zum Beispiel verändern bestimmte Genvariationen die Aktivität der Enzyme, die für den Abbau gewisser Wirkstoffe verantwortlich sind. Wenn eine solche Genvariation vorliegt, kann dies zu einem langsameren Abbau führen, wodurch das Medikament länger im Körper verbleibt. Bei einer dauerhaften Medikamententherapie kann dies Probleme verursachen, wie eine erhöhte Gefahr von Nebenwirkungen, da die Wirkstoffkonzentration im Blut höher ist als beabsichtigt. Sogenannte Pro-Drugs müssen im Körper erst aktiviert werden, wofür ähnliche Enzyme - die ebenso von der Genetik beeinflusst werden - benötigt werden. Ist die Enzymaktivität eingeschränkt und wird ein bestimmter Wirkstoff nicht schnell genug aktiviert, profitiert der Nutzer nur von einer reduzierten Wirkung, die häufig nicht ausreichend ist. Daher ist es wichtig, genetische Unterschiede bei der Dosierung zu berücksichtigen, um eine sichere und wirksame Behandlung zu gewährleisten. Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen, unseren anderen Blogbeitrag zu lesen.
Wie helfen Ihre Ergebnisse, Ihre Medikation sicherer und effektiver zu gestalten?
Ihr pharmakogenetisches Profil liefert wertvolle Informationen, die Ihnen helfen, Medikamente gezielt auszuwählen:
- Nebenwirkungen minimieren: Medikamente und Dosierungen können angepasst werden, um Nebenwirkungen zu reduzieren.
- Therapie optimieren: Wirkstoffe, die genetisch besser zu Ihnen passen, steigern die Effektivität Ihrer Behandlung.
- Zukunftssicher planen: Der Bericht bietet Ihnen und Ihrem Arzt eine Grundlage, um auch bei neuen Medikamenten eine individuelle Auswahl zu treffen.
Wo finde ich die wichtigsten Informationen im Bericht?
Die Ergebnisse Ihrer pharmakogenetischen Analyse können in zwei Formaten genutzt werden:
1. Über die Suchfunktion im Portal Ihres Arztes – Hier sind alle 821 Wirkstoffe verfügbar, die von der Genetik beeinflusst werden, einschließlich jener, die für Sie als neutral bewertet wurden.
2. In Ihrem PDF-Befund – Dieser enthält eine speziell erstellte Notfall-Liste, die die für Sie besonders relevanten Wirkstoffe hervorhebt.
💡 Warum eine Notfall-Liste? Anstatt alle 821 Wirkstoffe auszudrucken, bietet die Notfall-Liste eine gezielte Übersicht über die Medikamente, bei denen Ihre genetischen Besonderheiten eine Anpassung erfordern. Das erleichtert eine schnelle Entscheidungsfindung in medizinischen Situationen.
Wie ist der Bericht strukturiert?
Der Bericht Ihrer pharmakogenetischen Analyse ist klar strukturiert und hilft Ihnen, die relevanten Daten schnell zu finden. Die wichtigsten Abschnitte umfassen:
-
Ihr pharmakogenetisches Profil:
In der Übersicht sehen Sie, wie verschiedene Wirkstoffe aktiviert und abgebaut werden, sowie die empfohlenen Dosierungsanpassungen. Diese Informationen helfen, genetische Besonderheiten zu berücksichtigen. -
Erläuterungen zu Aktivierung und Abbau:
- „Normal“ bedeutet, dass keine Anpassung nötig ist.
- „Verlangsamt“, „nicht ausreichend“ oder „beschleunigt“ deutet darauf hin, dass Dosierungen angepasst oder Alternativen gesucht werden müssen.
-
Dosierungsempfehlungen:
Abhängig von den genetischen Ergebnissen wird angegeben, ob eine Dosis reduziert, erhöht oder ein alternativer Wirkstoff in Betracht gezogen werden sollte.
Ein Beispiel für den praktischen Nutzen
Angenommen, Ihnen wurde ein Statin wie Simvastatin zur Senkung des Cholesterinspiegels verschrieben. Der Bericht zeigt, dass der Abbau dieses Medikaments durch Ihre genetische Ausstattung verlangsamt ist. Daraus ergeben sich folgende Risiken und Maßnahmen:
- Das Medikament wird langsamer abgebaut, wodurch sich höhere Konzentrationen im Körper ansammeln können.
- Dies erhöht das Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere Muskelschmerzen oder Muskelschäden (Myopathie).
- Ihr Arzt könnte eine niedrigere Dosis oder ein alternatives Statin empfehlen, das besser zu Ihrem genetischen Profil passt.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss
Die Pharmakogenetik ist ein wissenschaftlicher Zweig, der sich damit befasst, wie einzelne Genvariationen die Reaktion des Körpers auf bestimmte Medikamentenwirkstoffe beeinflussen. Die Genetik gilt damit als ein wichtiger Faktor im Medikamentenstoffwechsel, aber ist mit Sicherheit nicht der Einzige, der zur Beurteilung der Medikamentenverträglichkeit herangezogen werden soll. Medikamenteninteraktionen, Allergien, Wechselwirkungen mit bestimmten Mikronährstoffen aber auch der Lebensstil und aktuelle Erkrankungen sollten unbedingt berücksichtigt werden, wenn ein neues Medikament in Erwägung gezogen wird.
Bitte beachten Sie: die richtige Wahl und Dosierung der Medikamente liegt immer im Verantwortungsbereich Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin. Entscheiden Sie niemals selbst ein Medikament abzusetzen oder dessen Dosierung zu ändern!
Antworten auf häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Drug-Gene-Interaction?
Die 821 Medikamentenwirkstoffen, die in unserer pharmakogenetischen Auswertung enthalten sind, werden durch spezielle Enzyme beeinflusst, deren Aktivität genetisch bestimmt ist. Dies bezeichnet man als Drug-Gene-Interaction. Die größte Gruppe dieser Enzyme sind die Cytochrom P450 Enzyme, für die wir verschiedene genetische Varianten (SNPs) analysieren, um die individuelle Aktivität der Wirkstoffe zu berechnen.
Alle anderen Medikamentenwirkstoffe, die nicht von den untersuchten genetischen Varianten beeinflusst werden, gelten als „neutral“ und erfordern keine Anpassung.
Eine vollständige Liste der 821 Wirkstoffe mit Drug-Gene-Interaction können Sie jederzeit per E-Mail an team@novomedic.com anfordern.
Was sind Pro-Drugs?
Herkömmliche Medikamente entfalten ihre Wirkung im Körper, werden dann durch Enzyme abgebaut und verlieren ihre Funktionalität, bevor sie ausgeschieden werden.
Pro-Drugs hingegen funktionieren genau andersherum: Bei ihrer Verabreichung haben sie keine Wirkung und werden erst durch Enzyme aktiviert, um danach aus dem Körper ausgeschieden zu werden.
Was ist bei der Einnahme von Medikamenten zu berücksichtigen?
Mögliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und den in NovoMedic Elements enthaltenen Mikronährstoffen sollten unbedingt mit Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden. Nach Rücksprache und auf Basis der ärztlichen Empfehlung kann die Zusammensetzung der personalisierten Mikronährstoff-Mischung individuell angepasst werden, um sicherzustellen, dass Sie optimal von Ihren Elements profitieren! :-)
Wie finde ich die relevanten Wirkstoffe?
1. Ihr Arzt kann die Suchfunktion im Portal nutzen: Hier sind alle 821 Wirkstoffe gelistet – auch jene, die für Sie neutral sind. Dies ermöglicht eine umfassende Recherche für Ärzte.
2. Persönliche Notfall-Liste im PDF-Befund: Hier sind nur die Wirkstoffe aufgeführt, bei denen genetische Besonderheiten eine Anpassung erfordern. Das erleichtert eine schnelle Entscheidungsfindung, ohne dass alle 821 Wirkstoffe ausgedruckt werden müssen.
Haben Sie noch Fragen?
Sehr gerne steht Ihnen unser Team bei Fragen oder anderen Anliegen jederzeit zur Verfügung. Zögern Sie bitte nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen - Sie erreichen uns telefonisch unter +43 6225 24822 oder per E-Mail an team@novomedic.com.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Umsetzen der genetischen Erkenntnisse und verbleiben mit ganz lieben Grüßen. Bleiben Sie gesund!
Ihr Team von NovoMedic